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Projektwebsite der Umweltbehörde
Park Fiction Komitee
Anknüpfend an die Wunschproduktion des Park Fiction Komitees mit dem Titel ›Die Füße in die Elbe strecken‹, wurden wir gemeinsam mit projektbüro und Prof. Antje Stokman für die „Qualifizierung der Hafenkante zwischen Fischmarkt und Landungsbrücken“
von der Hamburger Umweltbehörde beauftragt.
Unser Auftrag umfasste die Konzeption, Durchführung und Dokumentation eines mehrstufigen Teilhabeprozesses zur Neugestaltung der St. Pauli Hafenkante: von der Grundlagenanalyse bis zur temporären Erprobung und fachlichen Vorbereitung des anschließenden Werkstattverfahrens. Bereits im Aufsetzen des Planungsprozesses wurden relevante Akteure aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft eingebunden, um tatsächliche Teilhabe zu gewährleisten.
Stufe 1: Grundlagen schaffen und Teilhabe planen
Eine umfangreiche Kontext-, Situations- und Best-Practice-Analyse, ergänzt durch Datenerhebungen und Gespräche mit relevanten Akteur:innen, lieferte die Basis für ein tragfähiges Beteiligungskonzept für den Sommer 2024. Dieses Konzept umfasste Vor-Ort-Tests und thematische Veranstaltungen, die die Entwicklung der Hafenkante gemeinsam mit der Stadtöffentlichkeit ermöglichten. Gleichzeitig wurden zentralen Themen für den weiteren Prozess (u.a. zur Kultur des Raums, Hochwasserschutz, Biodiversität und Klima, Fischmarkt und Großveranstaltungen)herausgearbeitet und eine Struktur für ein gemeinsames Raumverständnis zwischen Verwaltung und Zivilgesellschaft skizziert.
Stufe 2: Gemeinsames Raumverständnis entwickeln
In fünf vor-Ort-Terminen erarbeitete ein Begleitgremium aus Zivilgesellschaft, Fachbehörden und Bezirksämtern ein gemeinsames Verständnis für die zukünftige Gestaltung der Hafenkante. Entwicklungsleitlinien und Projektziele wurden diskutiert, geschärft und schließlich im gemeinsamen Commitment-Papier verbindlich festgehalten. Das Commitment-Papier bildet die Grundlage für einen breit getragenen Gestaltungsprozess.
Stufe 3: Vor-Ort-Tests
Zwischen August und Oktober 2024 wurde ein 60 Meter langer Abschnitt der Hafenkante temporär umgebaut, um Gestaltungs- und Nutzungsansätze der Wunschproduktion zu erproben und die Hafenkante als Freiraum zu testen. Über mehrere Wochen wurden unterschiedliche Elemente getestet: eine sieben Meter lange Bank, ein öffentliches Gewitter-Dach, mobile Begrünung, Sport- und Freizeitangebote, eine Bühne sowie ein Teegarten mit kostenlosem Tee und guten Gesprächen. Einige Elemente wurden eigens für den Prozess von den Künstlern Dennis Nedbal und Lorenzo Toma entworfen.
Eine Anlaufstelle mit festen Öffnungszeiten und regelmäßigen Veranstaltungen lud dazu ein, den neuen Freiraum zu testen, darüber nachzudenken und gemeinsam mit uns zu prüfen was gut und was weniger gut funktioniert. Themenspezifische Veranstaltungen, die sogenannten „Lückenschlüsse“, zu Aspekten wie Commons, Hochwasserschutz, Gewerbe und Klimaschutz ergänzten das Programm.
Die gesammelten Erkenntnisse wurden in einem Ergebnisbericht gebündelt und bilden eine wichtige Grundlage für das seit Sommer 2025 laufende Werkstattverfahren, in dem drei Landschaftsarchitektur-Teams einen Entwurf für die Hafenkante erarbeiten. Gemeinsam mit projektbüro begleiten wir das Verfahren weiterhin als Sachverständige und Berater:innen. Auch der Teilhabeprozess geht weiter – mehr Infos dazu hier.